Erfolgsteam

Ein Verfahren zur effektiven und produktiven Kooperation von Teams

Als pädagogische und soziale Innovatio" unter Aspekten der Selbstorganisation von (Lern)-Gruppen und der Netzwerkbildung kann die Methode "Erfolgsteams" inzwischen eingeordnet werden: eine Konzeption, die bereits in zahlreichen öffentlich-privaten Anwendungsfeldern verbreitet ist. Ihr Einsatzbereich reicht von Seminaren zur Berufsorientierung bis zu UnternehmerInnen-Netzwerken, von Online-Selbstlern-Angeboten im Team bis zu Projekten der Frauenförderung- und Bildung. Selbstredend ist der Bereich Organisationsentwicklung/Personalberatung: hier wird die Methode zur Unterstützung selbst gesteuerter Teamarbeit integriert.

Die Idee dieser Methode ist zunächst die partnerschaftliche, gegenseitige Unterstützung beim Erreichen privater oder beruflicher Ziele. Erfolgsteams bestehen aus 4-6 Personen und organisieren sich selbst. Sie treffen sich regelmäßig innerhalb eines festen Zeitrahmens. Diese verbindliche "Agenda" ist nicht nur hilfreich, sondern ein wesentlicher Bestandteil der Methode. Innerhalb dieser Treffen wird den TeilnehmerInnen die Möglichkeit gegeben, zu berichten, was sie in der Zwischenzeit zur Erreichung ihres Ziels unternommen haben bzw. unternehmen konnten. Das feed-back der Gruppe ist unterstützend: es hilft, die jeweilige Position zu festigen, zu klären und ggf. von den anderen Teammitgliedern hilfreiche Anregungen zu bekommen. Das Prinzip ist eindeutig und klar. In diesem Team sind Menschen, die etwas bewirken und erreichen wollen.

Neben dem Zeitplan ist als weiterer wesentlicher Kern der Methode die besondere Gesprächshaltung anzusehen, die bestimmten Regeln unterliegt. Sie entspricht einer dialogischen Haltung, die gleichberechtigt und nicht wertend ist. Diese Gesprächskultur gilt es zu vermitteln, denn sie bestimmt zum einen die Atmosphäre der Gruppe und fördert zum anderen die Generierung neuer, kreativer und fruchtbarer Ideen.

Hier werden weder "Kaffeekränzchen"gehalten noch "versanden" die Inhalte: der Zeitplan sorgt für einen stringenten Ablauf, die Gesprächsregeln dienen der angenehm-produktiven Atmosphäre und der "Gruppendruck" bewirkt auf sanfte Art, dass jeder an seinem Projekt kontinuierlich arbeitet.

EOSS- Erfolgsteam-Online-Support-System - ein medienunterstütztes Lern- und Beratungsnetzwerk.

Das Projekt wird realisiert im Rahmen des Forschungs- und Entwicklungsprogramm "Lernkultur Kompetenzentwicklung", das aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung sowie aus Mitteln des Europ√§ischen Sozialfonds gefördert wird. Der Arbeitsgemeinschaft Betriebliche Weiterbildungsforschung (ABWF)/Projekt Qualifikations-Entwicklungs-Management (QUEM) ist die Durchführung des komplexen Programmmanagements übertragen worden.

Das Themenfeld kooperatives Lernen und Arbeiten im Netz mit Multimedia steht im Zentrum des Projektes. Die zu entwickelnde Kommunikations-Plattform soll Lern- und Arbeitsprozesse unterstützen. Insbesondere geht es um die Umsetzung von eigenen Lern-und Arbeitszielen, deren Erreichung in Kooperation und gegenseitiger Beratung mit anderen Teilnehmern erfolgt. Zugrunde liegt eine pragmatische bildungstheoretische Sichtweise, wonach Handlungsprozesse von Denkprozessen gesteuert werden. Bildung wird somit als methodischer Prozess verstanden, der einen ständigen Veränderungsprozess beinhaltet, der durch Interaktionen gestaltet wird und durch den sich bildende Erfahrung konstituiert. Darüber hinaus versteht sich die Plattform als Peer-Beratungsansatz. Lernen in Gruppen soll gefördert werden statt "bowling alone" ("voneinander statt nebeneinander") und bekommt Richtung und Struktur. Dem aktuellen Netzwerkgedanken wird Rechnung getragen, indem Synergien entstehen. Pädagogisch-didaktische Leitgedanken und die Vision dieses Ansatzes sind die Weiterentwicklung der Selbstorganisationsfähigkeit als zu erlernende Kompetenz und übergeordnetes Bildungszieles, integrativ vermittelt durch Medienkompetenz, Technikeinsatz und interaktive Kommunikation.

Zielsetzung des Projektes ist die Entwicklung eines kostengünstigen, effektiven, flexibel und überregional einsetzbaren Erfolgsteam-Support-Systems, welches beispielhaft in einer Umsetzungsphase erprobt werden soll. Im einzelnen geht es um eine methodische Anwendung auf einer internetbasierten kooperativen Kommunikationsplattform. Als Support-System soll die Plattform die selbstorganisierte Arbeit und Umsetzung an eigenen Zielen in Kooperation und gegenseitiger Beratung mit anderen Teilnehmern unterstützen. In der praktischen Erprobung soll ihre Verwertbarkeit in Bildungseinrichtungen untersucht werden

Laufzeit des Projektes:

01.07.2004 bis 31.12.2005

Das Projekt ist Bestandteil des Forschungs- und Entwicklungsprogramms "Lernkultur Kompetenzentwicklung".‚Der Arbeitsgemeinschaft Betriebliche Weiterbildungsforschung (ABWF)/Projekt Qualifikations-Entwicklungs-Management (QUEM) ist die Durchführung des komplexen Programmmanagements übertragen worden.

Projektleitung:

Prof. Dr. O. A. Burow

Mitarbeit:

Kathrin Bohl, M.A.‚ Benjamin Zinger, Dipl. Soz. Päd.‚Kathrin Kühnemuth, M.A.

synovativ: Dr. Heiko Rüppel‚ Stefan Beyer

Download Aus: Burow (2000). Ich bin gut ‚ wir sind besser. Erfolgsmodelle kreativer Gruppen. Stuttgart: Klett-Cotta.‚ Text Olaf Burow - Text Kathrin Bohl

Literatur

BERGMANN U. (1998). Erfolgsteams - der ungewöhnliche Weg, berufliche und persönliche Ziele zu erreichen. Landsberg: Verlag moderne industrie. Sher, Barbara. Wishcraft. Vom Wunschtraum zum erfüllten Leben. Tübingen (Universitas) 2001.

Dokumentationen

"Erfolgsteams‚" in der Lernenden Region Waldeck-Frankenberg:‚ WeiterbildnerInnen treten in Aktion

Im Rahmen des Projekts "Lernende Region Waldeck-Frankenberg‚" wurde in Zusammenarbeit mit der Universität Kassel, Lehrstuhl für Allgemeine Pädagogik (Prof. Dr. O. A. Burow  und ISI, Institut für soziale Innovation (Marbach/Neckar) eine mehrtägige Fortbildung durchgeführt, die WeiterbildnerInnen der Region eine neue Qualifizierung für erwachsenenpädagogische Arbeit bot.

BMF-Förderprojekt ‚"Lernende Region‚" Die Lernende Region Waldeck-Frankenberg ist eine von 54 Regionen, die derzeit vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) in Abstimmung mit den Bundesländern und mit finanzieller Unterstützung des Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert werden. Ziel dieses bundesweiten Projektes ‚"Lernende Regionen " Förderung von Netzwerken‚" ist der Auf- und Ausbau bildungsbereichs- und trägerübergreifender Netzwerke. Durch die Kooperation vieler und unterschiedlicher Akteure, wie z. B. Bildungseinrichtungen, Betriebe, Sozialpartner, Arbeitsämter etc. sollen in den Regionen nachhaltige Innovationen im Rahmen lebensbegleitenden Lernens entwickelt und erprobt werden. Die beteiligten Netzwerke haben dabei die Aufgabe, mit ihren Angeboten vor allem auch neue Lerner/innen zu gewinnen.

Die Fortbildung

Elf WeiterbildnerInnen - SozialpädagogInnen, LehrerInnen und BetriebswirtInnen - haben an dieser Fortbildung teilgenommen. Ziel der Veranstaltung war es, dass die TeilnehmerInnen (neben dem Erlernen des Konzepts, den pädagogischen Grundlagen und der erforderlichen Methodenvielfalt) zukünftig eigene Erfolgsteams in der Region etablieren können.

Teilnehmerorientierung

Um die Wirkung dieser Methode zunächst persönlich zu erfahren, bildeten sich innerhalb der Fortbildung zwei Erfolgsteams, die sich innerhalb eines Zeitraums von sechs Wochen zweimal trafen, um sich auszutauschen. Diese Erfahrungen der TeammitgliederInnen flossen in die Vertiefungsveranstaltung ein und bestimmten den weiteren Lernbedarf. Die Rückmeldungen der TeilnehmerInnen über die stattgefundenen Treffen waren insgesamt ausgesprochen positiv. Hervorgehoben wurde von den GruppenmitgliederInnen die gute Gesprächsatmosphäre, die konstruktives und effektives Kommunizieren ermöglichte. Als sehr hilfreich wurde die klare Zeitstruktur erwähnt, die verhinderte, dass zu weit vom Thema abgeschweift wurde. Die Erfahrungen der TeilnehmerInnen und das Ergebnis, dass die Methode einstimmig als "einsatzfähig" - zuweilen auch als ‚"überzeugend" bewertet wurde, war motivierend und führte bei den TeilnehmerInnen zu dem Interesse, als ‚"qualifizierte TeamerInnen"weitere Erfolgsteams in der Region bzw. ihren beruflichen Arbeitsfeldern zu initiieren. Ein erster Erfolg kann bereits verzeichnet werden: im Anschluss an diese Fortbildung initiierte eine Teilnehmerin sofort eine Auftaktveranstaltung zur Gründung weiterer Erfolgsteams: 16 Existenzgründerinnen kamen hier zusammen. Weitere Projekte sind in Vorbereitung und werden als Studie begleitet und evaluiert. Im Herbst findet eine Auswertungsveranstaltung statt, in der die TeilnehmerInnen ihre Projekte vorstellen.

Die Magisterarbeit von Kathrin Bohl zum Thema:"Erfolgsteams: ein möglicher Weg aus der Individualisierungsfalle PDF?"